Ein zentrales Anliegen der ITAD ist es, die Wirtschaft durch den Abbau bürokratischer Hürden in der Kreislaufwirtschaft spürbar zu entlasten – etwa durch eine schlanke, praxisorientierte Umsetzung europäischer Vorgaben. „Die 1:1-Übernahme von EU-Recht in nationales Recht ist kein Wunschdenken, sondern notwendige Grundlage für Rechtsklarheit und Investitionsbereitschaft“, betont Dr. Bastian Wens, Geschäftsführer der ITAD.
Auch beim Schutz von Mensch und Anlage sieht ITAD erheblichen Handlungsbedarf. Neben der zunehmenden Zahl von Bränden durch falsch entsorgte Lithium-Batterien bereiten insbesondere Lachgaskartuschen große Sorgen: Gelangen nicht vollständig entleerte und damit unter Druck stehende Behälter in thermische Abfallbehandlungsanlagen, drohen Explosionen mit massiven Sachschäden und Anlagenstillständen. ITAD fordert daher dringend eine gesetzliche Regelung zum sicheren Umgang mit Lachgas.
Darüber hinaus sollte die Koalitionsvereinbarung ein klares Signal für langfristige und strategische Ziele in der Abfallwirtschaft senden. Positiv bewertet ITAD, dass das Thema Carbon Management stärker in den Fokus rückt. Allerdings fehlt bislang eine verbindliche Aussage zur Berücksichtigung der unvermeidbaren CO₂-Emissionen aus thermischen Abfallbehandlungsanlagen. Ohne diese Klarheit fehlt die notwendige Planungssicherheit, um in zukunftsweisende Technologien wie Carbon Capture investieren zu können – dabei geht es um Investitionen hoher Millionenbeträge.
„Der Kreislaufwirtschaft mit ihren Möglichkeiten zur Rohstoffsicherung und Energieversorgung muss von der Politik deutlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden“, fordert Dr. Bastian Wens. „Eine Steuerung ausschließlich über energie- und klimapolitische Instrumente greift zu kurz. Was wir brauchen, ist eine eigenständige, vorausschauende Kreislaufwirtschaftspolitik.“