Bauwirtschaft befürchtet Auftragseinbruch für 2011

Für dieses Jahr zufrieden, für das nächste pessimistisch: Die Bauwirtschaft beurteilt das aktuelle Jahr "durchweg positiv", blickt aber mit Sorge auf die Entwicklung im Jahr 2011, erst dann werde die "nachgelagerte Branche die Kraft der Rezession mit voller Wucht zu spüren bekommen".

„Die vergleichsweise gute Lage der Bauwirtschaft ist der Tatsache geschuldet, dass in 2009 noch so manches Projekt fertig zu stellen war und dass in 2009 und 2010 die Maßnahmen aus den Konjunkturpaketen I und II zum Tragen gekommen sind. In 2011 wird es aber beides nicht mehr geben“, sagt Karl-Heinz Schneider, Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, anlässlich der Frühjahrs-Pressekonferenz seines Verbandes in Berlin.

Schneider kritisiert, dass die Streichung des sogenannten Zusätzlichkeitskriteriums im Bundestag als Gegengeschäft für die Zustimmung der Länder zum Wachstumsbeschleunigungsgesetz dazu führe, dass bereits in diesem Jahr sämtliche Maßnahmen aus den Konjunkturpaketen beendet werden. Neue würden nicht mehr hinzukommen. Außerdem würden 2011 die „normalen“ kommunalen Investitionsvorhaben drastisch zusammengestrichen. „Wir werden daher im kommenden Jahr einen deutlichen Rückgang der öffentlichen Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro erleben“, lautet sein Fazit.

Außerdem wachse die Industrie noch nicht in dem Maße, als dass sie wieder ausreichend in Produktionsstätten und Gebäude investiere. Daher ruhe die Hoffnung der mittelständischen Bauwirtschaft auf dem Wohnungsbau, der zu knapp 90 Prozent und damit deutlich höher als der öffentliche Bau (69 Prozent) und der Wirtschaftsbau (65 Prozent) von den Unternehmen des deutschen Bau- und Ausbauhandwerks realisiert werde. „Im vergangenen Jahr haben zum ersten Mal die Baugenehmigungen leicht angezogen, so dass wir im Wohnungsneubau zumindest eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau zu erwarten haben“, sagt Schneiders.

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